Präzision vor Länge

Von Danny Wilde, 36, PGA G1 Professional, A-Trainer DGV/DOSB, TPI Golf Instructor 3, LET Tour-Instructor u. a. von Martina Eberl und Coach der 1. Herren- und AK 18 Jungen-Mannschaften des GC St. Leon-Rot.
Seit zehn Jahren spielt Luke Donald nun schon auf der Tour. Mit seinen Abschlägen liegt der sympathische Engländer jedoch – laut Statistiken der European und PGA Tour – unter dem Mittelmaß, jedenfalls was die Länge betrifft. Man muss die PGA Tour-Statistiken schon ziemlich weit nach unten verfolgen, um den 34-Jährigen zu finden: Platz 147 belegt die aktuelle Nummer 1 der Welt dort in der Rangliste der durchschnittlichen Länge vom Tee.
Bei der Präzision sieht es schon besser aus, da befindet er sich beiden „getroffenen Fairways“ etwas über dem Durchschnitt, auf dem 57. Platz der PGA Tour und Platz 1 der European Tour.
Stellt sich also nicht zum ersten Mal die Frage, wie wichtig lange Abschläge überhaupt sind?
Offensichtlich nicht besonders, denn sonst würde sich Luke nicht so lange an der Spitze der Weltrangliste halten. Lässt sich also vermuten, dass es an seinem kurzen Spiel und seinem Putten liegen muss. Und in der Tat: Hier hält LukeRang 1 der aktuellen Puttstatistiken der PGA Tour und Platz 2 bzw. 12 auf der European Tour.
Fazit. Luke fehlt es also an Länge. Um diese zu erreichen, empfehle ich ihm etwas mehr Kniewinkel in der Ansprechposition, so könnte er mehr Kraft im Durchschwung aus den Beinen heraus generieren. Um sein Ziel, die Schulter unter das Kinn im Rückschwung zu bekommen, zu erreichen, könnte er seinen Oberkörper im Set-up auch etwas mehr nach vorne beugen. Dabei muss er jedoch unbedingt daraufachten, sein Gewicht im Set-up mittig auf beiden Füßen zu belassen.
Im Durchschwung sollte Luke seinen Oberkörper etwas früher in Richtung Ziel drehen, damit seine Hände nicht die ganze Arbeit machen müssen. Dies sind Ansätze für eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit und somit einen weiteren Ballflug. Auf der anderen Seite muß man immer das große Ganze sehen, d. h., wenn Luke seine Ballfluglängen durch besseres Timing verändert, ändert er damit auch die Schlägerwahl ins Grün und somit auch die Lochtaktik.
Aber will er ein Bewegungsmuster ändern, das er seit fast 25 Jahren einstudiert hat? Ich glaube nicht. Momentan ist Luke Donald die Nr. 1 der Welt und das zwar mit einer unterdurchschnittlichen Drivelänge, dafür aber mit einem hervorragenden kurzen Spiel. Erinnert mich ein bisschen an Seve ...
Sie haben Fragen? Wenden Sie sich gerne direkt an mich unter dw@golftime.de.
Luke Donald







